Zaunkriege am B?rgertelefon und die Illusion vom Amt 2.0
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IT-Gipfel muss Impulse geben f?r Hightech im ?ffentlichen Dienst
Darmstadt - Die im September 2000 gestartete E-Government-Initiative ?BundOnline 2005? hatte zum Ziel, die Dienstleistungs- und Kundenorientierung von Staat und Verwaltung zu st?rken. Dazu waren alle internetf?higen Dienstleistungen des Bundes bis zum Jahr 2005 online bereitzustellen. Inzwischen sind nach Angaben der Bundesregierung 440 Verwaltungsdienste online erreichbar. Weitere folgen in den kommenden Jahren. BundOnline habe damit einen deutlichen Modernisierungsschub in der Bundesverwaltung ausgel?st, leistungsf?hige IT-Strukturen geschaffen und den B?rokratieabbau unterst?tzt. ?Mit BundOnline hat die Bundesverwaltung den Einstieg in das Online-Zeitalter geschafft, die Effizienz und Kundenfreundlichkeit des Verwaltungshandelns verbessert und ein Fundament f?r die weitere Optimierung der Leistungen der Bundesverwaltung in den kommenden Jahren gelegt?, verk?ndet stolz das Bundesverwaltungsamt http://www.bund.de auf der eigenen Website.
Von einer nachhaltigen Verbesserung der Serviceleistungen des ?ffentlichen Dienstes sei man nach Ansicht von Udo Nadolski, Gesch?ftsf?hrer des D?sseldorfer Beratungshauses Harvey Nash http://www.harveynash.com/de, noch weit entfernt: ?Es wird zwar viel ?ber E-Government auf Konferenzen geredet. Ge?ndert hat sich wenig. Bund, L?nder und Kommunen sind noch immer nicht in der Lage, ein b?rgerfreundliches Amt 2.0 oder das Alles-aus-einer-Hand-Prinzip umzusetzen. Das kann nur funktionieren, wenn man die verkrusteten Strukturen der ?ffentlichen Verwaltung ordentlich aufmischt?, sagt Nadolski.
Nicht selten gehe ein Vorgang durch dutzende H?nde. Das liege nicht etwa an der Unf?higkeit der Mitarbeiter, sondern an den Verfahrensabl?ufen, die fern der Amtsstuben festgelegt und ?ber die Jahre hinweg st?ndig schlimmer statt schlanker werden. E-Government brauche in erster Linie anwenderfreundliche Internetangebote f?r den B?rger. ?Nicht selten sind die Nutzer mit einem Absurdum konfrontiert: Die aufw?ndigen und verworrenen Verfahren werden nun auch elektronisch abgebildet, das war es dann auch schon. Um E-Government wirklich sinnvoll in den Dienst der Menschen zu stellen, m?ssten erst einmal die Verfahren, die den B?rger allzu oft ?berfordern, abgespeckt werden. Dass etwa ein unsinniges Formular nun auch online ausgef?llt und elektronisch ?bermittelt werden kann, ist eben nur die halbe Miete, wenn ?berhaupt?, so Nadolski.
Kaum ein Online-Projekt des Bundes habe bislang die erhoffte Nutzerfrequenz erreicht. Von einer F?hrungsrolle des Bundes beim Thema E-Government k?nne also keine Rede sein. ?Bundeskanzlerin Angela Merkel sollte keine neuen Projekte in die Welt setzen, sondern einen Rechenschaftsbericht ablegen ?ber den Status quo der Online-Initiativen der vergangenen Jahre. Merkel oder der Bundes-CIO Hans Bernhard Beus m?ssten dazu Stellung beziehen, wer die Internetdienstleistungen ?berhaupt in Anspruch genommen hat und was getan werden muss, damit sich der Nutzungsgrad verbessert?, fordert Nadolski. Ein Blick in die Berichte des Bundesrechnungshofes k?nne dabei helfen. Der Verband BITKOM http://www.bitkom.de spricht sich f?r eine konsequente Modernisierung der ?ffentlichen Verwaltungen, des Gesundheitssystems und des Bildungswesens aus. ?Jetzt ist die Gelegenheit, ohnehin notwendige und vielfach ?berf?llige Investitionen in die Hightech-Infrastruktur von Bund, L?ndern und Kommunen zu t?tigen?, fordert BITKOM-Pr?sident Professor August-Wilhelm Scheer.
Damit k?nne die ?ffentliche Hand zus?tzliche Impulse setzen. ?Das Gesundheitssystem befindet sich hinsichtlich der Datenverarbeitung noch in der Steinzeit?, sagte Scheer. Die elektronischen Gesundheitskarte komme drei Jahre sp?ter als geplant und nur in einer abgespeckten Version, die den Patienten kaum einen Mehrwert biete. Neben neuen Anwendungen f?r die Gesundheitskarte fordert der BITKOM, den neuen Personalausweis mit einer elektronischen Signatur auszur?sten. ?Die Folge w?re ein echter Sprung in der Kommunikation zwischen B?rger und Staat?, erkl?rt Scheer. Damit k?nne man die meisten Beh?rdeng?nge bequem am heimischen Computer erledigen. Als weitere ?ffentliche Hightech-Projekte nannte Scheer den bislang schleppenden Ausbau des digitalen Beh?rdenfunks sowie eine bessere Ausstattung der Schulen mit neuen Medien. Der IT-Gipfel wird zeigen, wie die BITKOM-Branche Wirtschaft und Verwaltung leistungsf?higer machen kann?, so Scheer.
Hightech sei nach Ansicht von Bernhard Steimel, Sprecher der Brancheinitiative Voice Business http://www.voicedays.de, auch beim Beh?rdenruf 115 gefragt. ?Wer auf ?One-Stop-Government setzt, der muss damit rechnen, dass die B?rger das Angebot ernst nehmen und wirklich jedes Anliegen bis hin zum Zaunkrieg mit dem Nachbarn vorbringen. Ohne ein vern?nftiges Automatisierungskonzept werden die B?rgertelefone hei? laufen und die Kosten explodieren?, warnt Steimel. Das Merkel-Prestigeprojekt in Sachen b?rgerfreundliche Verwaltung k?nne sonst in die Hose gehen.
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Redaktion NeueNachricht Gunnar Sohn Ettighoffer Stra?e 26a 53123 Bonn Tel: 0228 ? 6204474 Mobil: 0177 ? 620 44 74 E-Mail: medienbuero@sohn.de www.ne-na.de
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